Vorfusschirurgie

Operationen an Zehen und Vorfuß

zählen in der ambulanten chirurgischen Praxis zu den häufig vorkommenden Eingriffen.
Bei den Vorfußerkrankungen unterscheidet man drei grundsätzliche Formen:

  • Hallux valgus – wird auch als Ballenfuß oder Frostballen bezeichnet, die Großzehe ist seitlich abgewinkelt
  • Hallux rigidus – das Abrollen des Fußes ist durch eine Versteifung der Großzehe gestört
  • Krallen- und Hammerzehen sind dauerhafte Fehlstellungen von Zehen im Mittel- und Endgelenk
Typischer Hallux valgus

Weitere Erkrankungen sind beispielsweise die sogenannte Metatarsalgie, bei der das Mittelfußköpfchen tiefer tritt und Schmerzen beim Auftreten verursacht oder der Digitus quintus varus, bei dem die Kleinzehe unter oder über die 4. Zehe zu liegen kommt. Auch ein Ganglion, eine landläufig als Überbein bekannte Aussackung von Gelenkkapselanteilen oder Sehnenscheiden, kann am Fuß vorkommen und Beschwerden verursachen.

Verschiedene Verformungen und Fehlstellungen führen zu unterschiedlich ausgeprägten Folgebeschwerden, wie z.B. Überschwielung, schmerzhaften Druckstellen, Gehbeschwerden, Hühneraugen u.a. Bei einigen der nachfolgend aufgezählten Erkrankungen kann unter Umständen auch eine konservative Behandlung ohne Operation zum Erfolg führen, beispielsweise Fußgymnastik, Einlagen und andere orthopädische Hilfsmittel.
Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten und sind die Beschwerden sehr ausgeprägt, bleibt meist nur die Möglichkeit, auf operativem Wege einzugreifen.

Anästhesieverfahren

Operationen am Vorfuß werden in der Regel unter lokaler Anästhesie durchgeführt. Dabei
wird eine sehr gut wirksame Methode der Unterschenkelbetäubung (DIB) angewandt. Außerdem
ist eine sogenannte Blutsperre (Stauungsmanschette am Unterschenkel) angelegt, die ein Bluten
während der Operation verhindert und so dem Operateur eine gute Sicht gewährleistet. Bei Erfordernis oder auf Wunsch des Patienten können die Eingriffe jedoch auch in Vollnarkose durchgeführt werden.

Nach der OP …

… besprechen wir mit Ihnen genau den weiteren Ablauf. Maßnahmen, die den Erfolg der Operation unterstützen, sind: Kühlen über dem Wundverband mit Eisakkus, Hochlagern des Fußes und gegebenenfalls die Einnahme der mitgegebenen Tabletten zur Schmerzbehandlung und einem schnelleren Abschwellen des Gewebes im Operationsgebiet. Erste Bewegungen der Zehen sind bereits im angelegten Verband möglich. Weitere Übungen erfolgen nach der ersten Wundkontrolle (am 3. Tag) im Rahmen täglicher Warmwasserbäder. Über den weiteren Beübungsplan entscheiden Chirurg und Patient gemeinsam. Prinzipiell ist eine frühe Bewegung ohne Belastung für den Verlauf günstig.